Jobsuche mit dem Internet: Konzept

In der Diskussion um die kulturellen Aspekte des Internet, um die Erschließung neuen
Wissens und neuer Kommunikationsmöglichkeiten geraten die gesellschaftlichen
Probleme, mit denen sich Jugendliche auseinandersetzen müssen, leicht aus dem
Blick. Unter diesen Problemen sind die Massenarbeitslosigkeit und die fehlende berufliche
Perspektiven die dringlichsten.
Kann das Internet genutzt werden, um Jugendlichen Berufsperspektiven, und was noch wichtiger ist, Hoffnung in die Zukunft zu vermitteln? Und wenn ja, in welcher Form? Dies sind die Ausgangsfragen für das Projekt „Jobsuche mit dem Internet“.
Methodisch schlagen wir dabei mehrere Wege gleichzeitig ein. Die intensive Arbeit gemeinsam in kleinen Gruppen, die sich mit den Themenbereichen Jobsuche, Berufsfindung, Arbeitswelt und Arbeitslosigkeit beschäftigen und dazu Material recherchieren, erarbeiten und erstellen, bildet die pädagogische Basis der Angebote. Dabei kommt nicht nur das Internet zum Tragen, sondern ein breit angelegter multimedialer Arbeitsansatz, der auch Computergrafik, Animation, Produktion von Radio- und Videobeiträgen einschließt. Es werden einwöchige Kurse und mehrwöchige Multimedia-Intensiv-Projekte zu den Themenschwerpunkten für arbeitslose Jugendliche sowie regelmäßige offene Gruppen angeboten.
Das Internet ist in unserem Projekt das wichtigste Medium zur Recherche von Informationen zum Thema, zur Kontaktaufnahme mit anderen Gruppen und zur Präsentation der Arbeitsergebnisse. Die Website des Jugendhilfswerks dient als Experimentierfeld für die Produktionen.
Dabei verstehen wir die Angebote für arbeitslose Jugendliche nicht als isoliertes
Angebot, sondern als integriert in ein Gesamtkonzept, das die Förderung von
Partizipation für alle Jugendlichen beinhaltet. Wir stellen unsere Netzzugänge
für Gruppen und Menschen zur Verfügung, die sich über das Internet
über Jobangebote informieren oder das Internet kennenlernen und nutzen wollen.
Jugendgruppen haben die Möglichkeit, mit unserer Hilfe Webseiten zu gestalten und
auf unserer Homepage zu veröffentlichen. Wir streben an, daß unsere Gruppen
sich in die lokalen Diskussionen um Multimedia und Internet einmischen und bei der
Gestaltung einer lebendigen lokalen und regionalen Multimedia-Infrastruktur mitwirken. So
regen wir an, daß sich Gruppen an Veranstaltungen zu Internet und Multimedia auf
lokaler Ebene präsentieren und beteiligen.
Zur Ebene lokaler und regionaler Aktivität gehört auch die Kooperation mit Firmen und die Gestaltung von Webseiten durch Jugendliche im Auftrag von öffentlichen Einrichtungen oder freien Trägern und Gruppierungen aus dem sozialen, soziokulturellen oder ökologischen Sektor. Diese Kooperation soll den Jugendlichen Kontakte vermitteln und möglicherweise den Einstieg in die Berufswelt erleichtern.
Auf Internet-Ebene kooperieren wir mit Projekten in Deutschland (insbesondere im Projekt
KONNEKT!) und aus benachbarten Regionen der Schweiz und Frankreich, um eine
gemeinsame Öfffentlichkeitsarbeit für unsere Anliegen und die Belange der
Jugendlichen zu schaffen. In dieser Arbeit steht der Erwerb von Medienkompetenz und der
menschliche Austausch und Kontakt im Vordergrund. Jugendliche sollen durch die Kenntnis
des Internet und seiner Nutzer die Möglichkeit erhalten, sich selbst aktiv in eine
Beziehung zu dem Medium und der Information zu setzen.
Roland Bader und Irene Schumacher Juni 1997
Wissenschaftliches Institut des Jugendhilfswerks Freiburg e.V. -
Medienzentrum